Das Projekt

Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm von Jan-Eric Mack

«3 Millionen Liter Wasser in Form eines Gletschertisches auf dem Brunnifirn, allein von der Natur geformt. Sanft. Still. Ruhig.»

Sommer 2013: Einzig die Elemente Wasser und Luft wirken unter Einfluss der Sonne auf dem Brunnifirn. 1500 m2 Gletscherfläche sind mit weissem Spezialvlies abgedeckt. Während einer Zeit von sechs Wochen wandelt die Natur und nimmt Ihren Lauf. Ohne aktives Zutun von Menschenhand überlassen wir diese sich selbst. Was passiert, zeigt auf enorm eindrucksvolle Weise ein Thema unserer Zeit auf: Das Abschmelzen unserer Gletscher und der damit gebundenen wichtigen Süsswasserspeicher. Aus einer glatten, ebenen Gletscherfläche wächst Minute um Minute, Stunden um Stunde, Tag um Tag, Woche um Woche ein Tisch. Ein Gletschertisch auf 2700 m Meereshöhe. Bald schon sichtbar aus der Luft. Nach sechs Wochen steht der Tisch wie ein Monument auf dem Gletscher. Allein aus Kräften der Natur gebaut. Allein aus Wasser geformt in Schnee und Eis. Gewaltige 3 Millionen Liter Wasser sind in Quaderform gefroren, entstanden aus dem Nichts. So einfach und doch so eindrucksvoll. Die ganze Dimension wird nachts sichtbar, als der Tisch an zwei Wochenenden durch Fackeln beleuchtet ist.  Während der ganzen Saison bleibt der Tisch bestehen, ist er immer sichtbar. Erst bei Wintereinbruch Ende 2013 taucht der Tisch in sanftes Weiss und verschwindet langsam unter einer immer stärker werdenden Decke aus Schnee. Sanft. Still. Ruhig. 

Das Projekt war erfolgreich. Dem Team um Manuela Fischer ist es gelungen, die anfängliche Vision des Projektes umzusetzen. Die Natur hat mitgeholfen und gemeinsam mit uns etwas Wunderbares geschaffen. Das Interesse bei Besuchern und Gästen auf der Hütte war sehr hoch, das mediale Interesse ist nachhaltig und hat uns positiv überrascht.

Ein nächster Höhepunkt fand am Sonntag, den 23. März 2014 statt, als der Regisseur Jan-Eric Mack seinen Dokumentarfilm über das gesamte Projekt in Winterthur präsentierte. Unser Ziel ist es, dieses Projekt weiterhin präsent zu halten und nachhaltig zu informieren. Die Natur hat ein Zeichen gesetzt, hat uns geholfen das Thema Gletscherrückgang als Wandelzeit begreifbar zu machen, hat Bewusstsein geschaffen. Nicht mehr, nicht weniger. Dafür sind wir dankbar.  

Das Projekt fand im Rahmen des 150-jährigen Bestehens des SAC statt und wurde von den Sektionen Winterthur und Thurgau unterstützt. Initiiert wurde es von Manuela Fischer, die seit nun 25 Jahren zusammen mit ihrer Familie die Cavardiras-Hütte bewartet und dadurch direkt von der Abschmelzung betroffen ist, wie viele andere Hochgebirgshütten übrigens auch. Das Vlies wird übrigens wiederverwendet. Es steht in den nächsten Jahren unserem Partner, den Bergbahnen Disentis, zur Abdeckung und damit auch für die Energieeinsparung zur Verfügung. 

 

HERZLICHEN DANK DER NATUR UND ALLEN GÄSTEN,
DIE UNS BESUCHT UND DAS PROJEKT UNTERSTÜTZT HABEN UND WEITER UNTERSTÜTZEN