Die Problematik der Hochgebirgshütten

Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen einer (SAC-)Hütte im Hochgebirge. Gerade hier wird uns die Bedeutung des kostbaren Nass tagtäglich immer wieder von Neuem vor Augen geführt: Als Gast, um sich nach einer anstrengenden Bergtour zu waschen und zu erfrischen. Als Hüttenwart, der für das Bewirten der Gäste, beim Kochen, Abwaschen und Putzen grosse Mengen an Wasser verbraucht.

Schneearme Winter, heisse und niederschlagsreiche Sommer als Folge der Klimaerwärmung der letzten Jahre bringen die Wasservorräte, welche die Hütten nutzen, zunehmend in eine prekäre Situation. So auch in der Cavardiras-Hütte im Bündner Oberland, welche seit ihrem Bau im Jahr 1928 das Schmelzwasser der umliegenden Schneefelder für den Gastbetrieb nutzt. In früheren Jahren spendeten die Schneefelder Wasser, welches bis zum Ende der Saison reichte; nun aber ist der Schnee bereits Mitte August abgetaut und der Wasservorrat somit erschöpft. Innovative und zukunftsorientierte Ideen wurden notwendig, um die Wasserversorgung der Hütte zu sichern. Inspiriert durch die erfolgreichen Versuche von Gletscherabdeckungen mittels einer Spezialfolie, hat man sich dazu entschlossen, eine ähnliche Massnahme zu ergreifen. Zu Beginn der Saison ist das Schneefeld über der Wasserfassung noch gross genug. Um das Abschmelzen des Schnees zu verlangsamen, wurde ein drei Millimeter dickes, weisses Kunststoffvlies über diesem Schneefeld ausgerollt. So entstand eine abgedeckte Fläche von ca. 250 Quadratmetern, welche von der Hütte aus sichtbar ist. Zum Ende der Saison und rechtzeitig vor Einsetzen der ersten Schneefälle anfangs September muss die Installation wieder entfernt werden, um im kommenden Sommer erneut auf dem Schnee ausgelegt werden zu können.

Erst hier zeigt sich direkt die Abhängigkeit, die man in der normal-zivilisierten Welt so nicht kennt.

Denn hier kommt das Wasser ja einfach aus dem Wasserhahn!